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1) Geographie: gibt die Beziehung zwischen Niederschlag und Abfluss unter Zugrundelegung der geographischen und landschaftsökologischen Verhältnisse wieder. Trägt man in einem rechtwinkligen Koordinatensystem die mittlere Jahresabflusshöhe verschiedener Flussgebiete einer ausgewählten Region (z.B. Mitteleuropa, Nordeuropa, tropische Gebiete) als Ordinate und die entsprechenden durchschnittlichen Gebietsniederschlagshöhen als Abszisse auf, erhält man für jeden Pegel einen bestimmten Punkt, der zu einer Punktschar führt. Durch diese Punktschar kann eine Durchschnittslinie gezogen werden, die als Hauptlinie des Abflusses bezeichnet wird (Abb.). Liegt ein Punkt unter der Durchschnittslinie, dann hat das betreffende Gebiet ein unterdurchschnittliches Abflussvermögen. Die Punktschar wird durch eine obere und untere Grenzlinie des Abflusses eingerahmt. Es ergibt sich somit ein Strahlenbüschel von drei Linien, die jeweils durch ihre Steigung λ gekennzeichnet sind. Die Steigung λ wird als Abflussbeiwert bezeichnet. Der Abflussbeiwert in der Abbildung stellt den Tangens des Winkels λ dar. Im Gegensatz zum Abflussfaktor ist der Abflussbeiwert weniger von der Niederschlagshöhe und vom Beobachtungszeitraum abhängig. Er wird massgeblich von den Regimefaktoren eines Gebietes geprägt. 2) Hydrologie: Für modelltechnische Betrachtungen wird der Abflussbeiwert ψ als Quotient aus der Abflusshöhe des Direktabflusses QD und der Höhe des Gebietsniederschlags P für ein Niederschlagsereignis gebildet.
Die Differenz 1-ψ wird als Verlustbeiwert bezeichnet.
Abflussbeiwert: Beziehung zwischen Niederschlagshöhe und Abflusshöhe einzelner Flussgebiete bestimmter Regionen. |
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