| |
thermisch bedingtes, lokales Windsystem im Gebirge, bei dem sich Hangwinde und Winde parallel zum Talverlauf überlagern (Abb.). Vorbedingung für eine gute Ausbildung ist eine autochthone Witterung und ungestörte Strahlungsverhältnisse. In den Morgenstunden werden die Hänge aufgrund der Sonneneinstrahlung erwärmt und es entstehen die Hangaufwinde. Im Laufe des Vormittags werden diese durch den Talwind überlagert, der aufgrund der unterschiedlichen Aufheizung des Gebirges und des Vorlandes angefacht wird und im Tal nach oben weht. Während die Hangwinde nur vertikale Mächtigkeiten von typischerweise 40-100 m bei Windgeschwindigkeiten von 1-2 m/s erreichen, ist der Talwind mit 4-6 m/s wesentlich kräftiger ausgebildet und reicht zudem bis zur Höhe der seitlichen Randgebirge. Nach Sonnenuntergang kühlen die Hänge relativ schnell ab und die Hangaufwinde werden durch die nächtlichen Hangabwinde ersetzt. Zu dieser Zeit weht noch ein beständiger Talwind, der erst im Laufe der folgenden Stunden ebenfalls seine Richtung umkehrt. Am darauffolgenden Morgen setzt der Talwind ebenfalls erst mit einer zeitlichen Verzögerung von einigen Stunden gegenüber den Hangaufwinden ein. Dieses idealisierte Bild zeigt die prinzipiellen Entstehungsmechanismen, kann allerdings auf reale Landschaften nicht ohne Einschränkungen übertragen werden. Gründe hierfür sind die Betrachtung eines unendlich langen homogenen Tales (keine Seitentäler), die Annahme von symmetrischen Verhältnissen (keine ungleichmässige Besonnung der Hänge im Laufe des Tages) und die Vernachlässigung auch schwacher grossräumiger Ausgleichsströmungen.
Berg- und Talwind: Vereinfachte Darstellung zur Wechselwirkung zwischen dem Berg-Talwind-System und den Hangwinden im Tagesverlauf (Hangwinde sind als geschlossene Pfeilspitzen dargestellt, Talwinde mit offenen Pfeilspitzen.). |
|