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werden i.d.R. eingesetzt, um das Leistungsvermögen des Landschaftshaushaltes von Bioökosystemen bzw. Geoökosystemen zu bewerten oder ökologische Risiken für ein Ökosystem abzuschätzen. Derartige Landschaftsbewertungen müssen durchgeführt werden, da v.a. Landschaftsplaner sehr komplexe Entscheidungen zu treffen haben, unter Einbezug des gesamten dynamischen Umweltökosystems. In der Regel wird ein Bewertungsverfahren gewählt, welches eine zweckgerichtete, nutzungsbezogene Raumbewertung möglich macht. Die Idee der Landschaftsbewertung mittels Bewertungsverfahren für Planungszwecke ist nicht neu. Beispiel für ein frühes Bewertungsverfahren ist die forstliche Standortkartierung, eine Bewertung der Waldstandorte vor dem Hintergrund einer möglichst ertragreichen Waldbewirtschaftung. Hierbei wird deutlich, dass zu Beginn der 1970er Jahre ökonomische Gründe für das Erstellen von Bewertungsverfahren ausschlaggebend waren (Nutzwertanalyse, Kosten-Nutzen-Analyse). Erst durch die immer stärkere Belastung der Umwelt wurde es wichtig, Bewertungsverfahren zu entwickeln, die nicht nur die Eignung der Landschaft für bestimmte Nutzungsformen, sondern auch den präventiven Schutz der Natur und der Lebensgrundlage Landschaft zum Ziel hatten. Diese Zunahme der Beeinträchtigungen der Umwelt machte es erforderlich, sog. Belastungsbewertungsverfahren einzuführen, deren zentrales Element eine ökologische Risikoanalyse ist. Alle modernen Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) können zu dieser Art der Bewertungsverfahren gezählt werden. In den letzten 25 Jahren wurden eine Fülle von Verfahren entwickelt, jedoch existiert bis heute keines, dem eine gewisse Allgemeingültigkeit zugeschrieben werden kann. Die einzelnen Bewertungsverfahren sind nicht unbedingt auf jeden Landschaftstyp übertragbar, weil sie i.d.R. in bestimmten Räumen mit bestimmter Ausstattung entwickelt wurden. Vorhandene Bewertungsverfahren sind also immer kritisch zu hinterfragen und bei der Anwendung gegebenenfalls naturraumtypisch und nach der Art der Fragestellung zu modifizieren. |
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