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Blei-Zink-Erzlagerstätten

 
     
  meist gemeinsames Auftreten von Blei- und Zinkerzen (Zinkerzlagerstätten) in weitaus überwiegend sulfidisch gebundenen, oft intensiv miteinander verwachsenen Mineralisationen mit Bleiglanz (PbS, häufig mit hohem Silbergehalt) und Sphalerit (Zinkblende, ZnS, z.T. mit wichtigem Cadmiumgehalt).


Blei-Zink-Erzlagerstätten entstehen: a) als massive Sulfidvererzungen (sedimentär-exhalative Lagerstätten) durch syngenetische Abscheidung zusammen mit Pyrit und z.T. Chalkopyrit aus Hydrothermen in abgegrenzten Becken unterschiedlicher Meeresräume. Rezente Beispiele sind die black smoker am Mittelozeanischen Rücken und die Erzschlämme in lokalen Becken des Roten Meeres; fossile Beispiele finden sich im Variszikum (Varisziden) Europas in Schelfmeeren auf kontinentaler Kruste wie z.B. die Lagerstättenprovinz von Rio Tinto auf der Iberischen Halbinsel oder die inzwischen erschöpften Lagerstätten von Meggen im Sauerland und Rammelsberg im Harz; b) schichtgebunden (stratabound) syn- bis epigenetisch (Epigenese) in flachmarinen Kalkablagerungen mit Fluorit und Baryt sowie lokal Kupfererzen. Beispiele hierfür sind alpine Blei-Zink-Erzlagerstätten und das Mississippi Valley in USA; c) durch epigenetische Abscheidung in hydrothermalen Gangerzlagerstätten, z.T. mit Baryt als Nebengemengteil. Derartige Lagerstätten sind z.B. verschiedene, inzwischen erschöpfte oder aufgelassene Lagerstättenreviere im variszischen Grundgebirge Mitteleuropas wie dem Harz; d) untergeordnet als epigenetische Porenfüllung in Sanden bis Kiesen von Red-Bed-Vererzungen (Red-Bed-Lagerstätten), z.B. die erschöpften Lagerstätten von Mechernich/Maubach im Stolberger Revier bei Aachen; e) bei metasomatischer Verdrängung von Kalken (z.B. im erschöpften Stolberger Revier bei Aachen) bzw. als Nebenprodukt in Skarnerzlagerstätten.


Nach veralteten Auffassungen existieren aus dem Archaikum keine Bleilagerstätten, da diese häufig in Carbonatgesteinen liegen, die wiederum erst ab dem Proterozoikum auftreten sollen. Allerdings sind bereits im Archaikum Carbonatplattformen mit Bleimineralisation bekannt (z.B. Pering, Südafrika). Aus dem Proterozoikum und dem Phanerozoikum sind sowohl carbonatgebundene als auch hydrothermale und auch sedimentär-exhalativ gebildete Bleilagerstätten bekannt.
 
 

 

 

 
 
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