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Bohrlochspülung

 
     
  die bei den meisten Tiefbohrungen eingesetzte Bohrlochspülung besteht aus in Wasser dispergiertem Ton, während neuere Spülungen, wie z.B. Dehydrill, synthetischen Ursprungs sind. Durch die Dichteerhöhung ist die Spülung in Lage, das Bohrklein von der Sohle nach oben zu transportieren, es bei Stillstand der Spülpumpen in Schwebe zu halten, die Wände durch Bildung eines Filterkuchens zu schützen, einen Gegendruck gegen die Drücke der Flüssigkeiten und Gase im Gebirge zu liefern und den Meissel zu kühlen und zu schmieren. Dazu sind gewisse Bedingungen an Thixotropie, Viskosität, Stabilität und Dichte zu stellen, die einen Zusatz verschiedener Stoffe verlangen, welche auch die elektrischen Eigenschaften beeinflussen. Oftmals muss während des Bohrvorganges das Spülungsrezept geändert werden, um es neuen geologischen Bedingungen anzupassen. Deshalb sollten bei jeder Bohrlochmessung die Spülungswerte mitgemessen und in die Auswertung einbezogen werden. Für eine Reihe von Fällen sind Spezialspülungen notwendig, die teilweise extreme physikalische Eigenschaften aufweisen. Damit hohe Drücke beherrscht werden können, müssen die gut tragfähigen Bentonit-Spülungen mit Baryt beschwert werden; der hohe Feststoffgehalt beeinflusst dabei jedoch die Messungen, z.B. durch Erhöhung des elektrischen Widerstandes, aber auch Gamma-Ray und Dichtemessungen werden dadurch verändert. Schichtfolgen mit dispergierenden Tonen verursachen oft Auskesselungen der Bohrlochwand oder Einstürze. Zur Verhinderung werden Spülungen aufgesalzen und besitzen dadurch eine sehr hohe elektrische Leitfähigkeit. Um Speichergesteine durchbohren zu können, die wegen schwachen Druckes und eines zum Quellen neigenden Tongehaltes durch Wasser nicht geschädigt werden dürfen, wendet man Spülungen auf Ölbasis an. Die Emulsionsspülungen Wasser in Öl weisen besonders hohe Widerstände auf, dagegen bleiben Emulsionsspülungen Öl in Wasser leitfähig. Ein anderes Extrem sind konzentrierte Salzlaugen, die beim Durchbohren von Salzlagern, insbesondere von sehr leicht löslichen Kalisalzen, angewandt werden müssen.  
 

 

 

 
 
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