| |
ökologische Dominanz, relative Abundanz, Kenngrösse für das Überwiegen einer Art in einem bestimmten Lebensraum. Die Dominanz wird als prozentualer Anteil der Einzelorganismen oder der Biomasse von einer Art an der Individuenzahl oder der Biomasse der übrigen Arten bestimmt. Die Bedeutung dieses Masses liegt darin, dass natürliche Biozönosen charakteristischerweise aus verhältnismässig wenigen, ökologisch dominanten Arten bestehen. Bei Pflanzenformationen wird die Dominanz häufig über den Deckungsgrad angegeben. Für Vergleiche verschiedener Lebensgemeinschaften werden auch Indizes herangezogen (z.B. Shannon-Index), welche die Dominanz in Beziehung zur Artenvielfalt darstellen. Dominanz-Diversitäts-Kurven (Abb.) zeigen die Spannbreite zwischen artenarmen Systemen, in denen zudem eine einzelne Art dominiert (z.B. subalpiner Wald), und solchen mit zahlreichen Arten und geringer Dominanz der einzelnen (z.B. tropischer Regenwald). Dominanz-Indizes alleine sind zur Beschreibung von Biozönosen wenig geeignet, da die internen Verflechtungen innerhalb der Lebensgemeinschaften nicht in die Berechnung miteingehen. Die Ursache für die Dominanz einer Art liegt in deren ökologischer Potenz. Aus ökologischen Gunstbedingungen ergeben sich hohe Dominanz-Werte. Daraus darf allerdings nicht geschlossen werden, dass seltene Arten in einer Gemeinschaft keine Bedeutung besitzen. Ändern sich die Lebensbedingungen zu Ungunsten der dominanten Art, können tolerante Arten an Häufigkeit zunehmen und wichtige Funktionen übernehmen (z.B. Ersatz der in den 1940er Jahren infolge eines Pilzbefalls abgestorbenen Kastanien durch Eichenarten in den südlichen amerikanischen Appalachen). Diese Redundanz (Doppelbesetzung, Wiederholung) ist somit ein wesentliches Element der Elastizität von Ökosystemen. Neben natürlichen Dominanz-Ökosystemen (z.B. die Buchwälder Mitteleuropas) werden in der Land- und Forstwirtschaft bewusst Arten von hohem ökonomischen Nutzen gefördert, bis hin zum Extremfall der Monokultur. Solche durch den Menschen geschaffene Dominanz-Ökosysteme sind als künstliche Systeme nicht stabil und können nur durch Hilfsstoffe (Dünger, Pflanzenschutzmittel) auf dieser hochproduktiven Sukzessionsstufe gehalten werden. 
Dominanz: Dominanz-Diversitäts-Kurven drei verschiedenartiger Wälder. |
|