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Unit-Hydrograph, Ganglinie des Direktabflusses, der sich aus einem Niederschlagsereignis mit dem Einheitsbetrag (1 mm/Zeiteinheit) des Effektivniederschlages ergibt, der während einer bestimmten Zeitspanne gleichmässig verteilt über ein Einzugsgebiet fällt. Sie ist eine charakteristische Ganglinie, die das Abflussverhalten eines Gebietes kennzeichnet. Man erhält sie aus der Mittelung von einzelnen Ganglinien des Direktabflusses (Abflussganglinienseparation), die eindeutig zeitlich abgrenzbaren Niederschlägen zugeordnet und auf den Einheitsbetrag reduziert werden können. Dabei wird meist von der Annahme eines linearen Zusammenhanges zwischen Effektivniederschlag und der Einheitsganglinie ausgegangen. Entsprechend dem Superpositionsgesetz sind bei einem Vielfachen des Effektivniederschlages die Ordinaten der Einheitsganglinien zu vervielfachen. Die Einheitsganglinie kann als die Antwortfunktion eines Einheitsimpules verstanden werden (Abb.). Für den Rechteckimpuls p(t) endlicher Dauer Δt gilt:
Der Momentaneinheitsimpuls (Diracsche Deltafunktion) ergibt sich aus einem Rechteckimpuls für Δt→0. Damit der Impuls den Inhalt eins behält, muss die Impulshöhe gegen unendlich gehen. Es gilt für den Momentaneinheitsimpuls:
mit δ(t)= 0 (für t≠0), δ(t)→∞ (für t =0) und für die Impulsantwort h(t):
Die Einheitsganglinie spielt bei Hochwasserberechnungen mit Hilfe mathematischer Modelle (hydrologische Modelle, Niederschlags-Abfluss-Modelle) eine grosse Rolle (Einheitsganglinienverfahren).
Einheitsganglinie: Einheitsganglinie als Impulsantwort h(t) (Ausgabe) auf einen Momentaneinheitsimpuls δ(t) (Eingabe). |
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