| |
Einschneiden von Einzelpunkten, trigonometrisches Einschneiden, vermessungstechnische Verfahren zur Bestimmung der Lagekoordinaten von Neupunkten N durch Richtungsmessung und Bestimmung von Winkeln. Man unterscheidet bei diesen trigonometrischen Verfahren Vorwärts-, Seitwärts-, Rückwärtseinschnitt und kombiniertes Einschneiden (Abb.). Beim Vorwärtseinschnitt (Vorwärtsschnitt) wird N von zwei koordinatenmässig bekannten Punkten A und B (Basispunkte) aus, z.B. mit einem Theodoliten, angezielt (eingeschnitten), d.h. die Richtungen gemessen. Mit den Koordinaten der Punkte A und B sowie den bestimmten Winkeln α und β lassen sich die Koordinaten des Neupunktes N berechnen. Kann man sich auf einen der beiden Basispunkte nicht aufstellen, so misst man statt dessen auf N die Richtungen zu den Punkten A und B und ermittelt den Winkel γ. Für den Winkel β gilt: β = 200 gon-(α+γ). Dieses Verfahren wird als Seitwärtseinschnitt (Seitwärtsschnitt) bezeichnet. Nach der Berechnung des Basiswinkels β lässt sich der Seitwärtseinschnitt wie ein Vorwärtseinschnitt berechnen. Beim Rückwärtseinschnitt (Rückwärtsschnitt) werden auf N die Richtungen zu mindestens drei koordinatenmässig bekannten Punkten A, B, C gemessen und die Winkel α und β bestimmt. Die Lage von N ergibt sich als Schnitt zweier Kreise durch A, B und B, C mit den Peripheriewinkeln α und β. Das kombinierte Einschneiden, die Bestimmung der Lagekoordinaten von N durch Richtungsmessungen und Winkelermittlungen sowohl auf N als auch auf den koordinatenmässig bekannten Punkten A, B, C, D, ermöglicht aufgrund der Überbestimmung eine Ausgleichung und somit eine Genauigkeitssteigerung der Lage des Neupunktes.
Einschneideverfahren: a) Vorwärtseinschnitt, b) Seitwärtseinschnitt, c) Rückwärtseinschnitt, d) kombiniertes Verfahren. |
|