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natürliches Gasgemisch, bestehend aus gasförmigen Kohlenwasserstoffen wie Methan (Methanreihe) und Anteilen anderer Gase, insbesondere Kohlendioxid, Stickstoff und Schwefelwasserstoff, daneben selten in Promille-Anteilen Edelgase wie Helium. Erdgas ist i.d.R. ein Produkt von Abbauprozessen organischer Substanzen unter anaeroben Bedingungen (vergleichbar Deponiegas). Es entsteht im wesentlichen in Abhängigkeit von den Temperaturen, die mit der Versenkung der Schichtenfolge erreicht werden, auf zwei Wegen: zum einen in Zusammenhang mit dem Vorgang der Inkohlung aus vorzugsweise höheren Pflanzen, beginnend mit der Vertorfung (Sumpfgas) bis zum Meta-Anthrazitstadium, zum anderen in Zusammenhang mit dem Prozess der Erdölbildung aus Kerogen, das wiederum im wesentlichen aus Mikroorganismen gebildet wird. Im letzteren Fall läuft die Erdgasbildung über eine grössere Temperaturspanne ab (Erdöl Abb.) und liegt in ihrer Hauptphase bei z.T. deutlich höheren Temperaturen als für das Erdöl.
Durch seine hohe Beweglichkeit im Gestein kann Erdgas über grössere Entfernungen wandern (migrieren), weshalb der Zusammenhang mit dem Muttergestein ("drainage area") nicht immer erkennbar ist. Die Entstehungsbedingungen können dann u.a. aus der Zusammensetzung und der Isotopen-Analyse (12C/13C) ermittelt werden. Zur Lagerstättenbildung kommt es, wenn Erdgas bei der Wanderung nach oben an Fallenstrukturen mit Speichergestein und abdichtenden Deckschichten gefangen wird, vergleichbar zum Erdöl, weshalb es häufig mit diesem zusammen auftritt (Erdölfallen Abb.). Ob die Deckschichten das Erdgas in der Struktur festhalten (z.B. durch Salz) oder nur in der Migration bremsen (z.B. durch Tonstein), hängt von deren Porosität ab. Erdgas kann auch aus Speichergesteinen gewonnen werden, die eine zu geringe Porosität für die Förderung von Erdöl aufweisen. |
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