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Sammelbegriff für steile, säulen- bis kegelförmige, fluviatile Abtragungsformen, die an steilen Hängen durch sich miteinander verschneidende Erosionsrinnen sukzessive aus Lockersedimenten (z.B. Moränen, Tuffe) herauspräpariert werden (Abb.). Die Entstehung von Erdpyramiden wird durch eine heterogene Korngrössenverteilung im Ausgangsmaterial begünstigt. So führt ein hoher Tongehalt in der Feinbodenfraktion einerseits zu einer grossen Standfestigkeit der Formen in trockenem Zustand, andererseits bewirkt er bei Durchfeuchtung eine rasche Dispergierung des Materials, wodurch in Verbindung mit starken Niederschlägen Gleit- und Fliessprozesse auftreten. Die gröberen Komponenten im Sediment werden bei der Abtragung selektiv freigelegt und können als Decksteine an der Spitze einer Sedimentsäule zurückbleiben, so dass diese eine Zeit lang vor weiterer Durchfeuchtung und Erosion bewahrt wird. Der Verlust des Decksteins zieht meist eine baldige Zerstörung der Form nach sich, die im Endstadium ihrer Entwicklung als Erdnadel oder Erdkegel bezeichnet wird.
Erdpyramiden: Erdpyramiden am Ritten bei Bozen (Alpen). |
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