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Gefällslinie des Wasserspiegels von der Quelle bis zur Flussmündung. Wegen des gewundenen Fliessgewässerlaufes ist diese Linie länger als das Tallängsprofil. In humiden Klimaten nimmt, infolge des kleiner werdenden Gefälles und der steigenden Abflussmenge, die Spiegelbreite des Fliessgewässers mit der Lauflänge zu. Die schematische Untergliederung des Profils (Abb.) in einen Oberlauf mit überwiegender Tiefenerosion, einen Mittellauf mit verringertem Gefälle, niedrigerer Strömungsgeschwindigkeit und einem ausgeglichenen Verhältnis von Erosion zu Akkumulation sowie einen Unterlauf, in dem schliesslich die Akkumulation überwiegt, ist stark idealisiert und kommt in der Natur nur selten vor. Besonders bei Flüssen, die geologisch vielgestaltige oder tektonisch aktive Gebiete durchfliessen, wechseln sich Erosions- und Akkumulationsstrecken ab. Auch die Profilentwicklung ist dabei unausgeglichen und kann durch Gefällsbrüche zahlreiche Knickpunkte aufweisen, die durch einmündende Nebenflüsse oder lokale Erosionsbasen hervorgerufen werden. Eine ideale, parabelförmige Ausgleichskurve ist zwar theoretisch denkbar,
aber bei keinem natürlichen Flusslängsprofil nachzuweisen. Fliessgewässerabschnitt
Flusslängsprofil: idealtypisches Flusslängsprofil (a) und Abweichungen von der parabelförmigen Ausgleichskurve aufgrund veränderter Abtragungsresistenzen bei wechselndem geologischem Untergrund (b) bzw. dem Vorhandensein lokaler Erosionsbasen (c). |
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