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["Land der Gond", nach dem alten Königreich der Gonden in Zentralindien], erstmals 1872 von H.B. Medlicott vorgeschlagen, von O. Feistmantel 1876 eingeführt und v.a. von E. Suess inhaltlich diskutiert, bezeichnet er die Landmasse, welche die Kontinente Südamerika, Afrika inklusive Madagaskar, Vorderindien, Australien und Antarktis beinhaltet. Der Zusammenhalt dieser Massen, der seit dem späten Paläozoikum (Karbon) nachweisbar ist, hielt bis zur beginnenden Atlantiköffnung in Jura und Kreide an. Der nachfolgende Zerfall setzte sich bis in das Alttertiär fort, als die endgültige Trennung von Australien und der Antarktis (im Eozän) erfolgte.
Kennzeichnend ist der gemeinsame Floren- und Faunenbestand in den überwiegend nicht-marinen Ablagerungsräumen. Die Landpflanzen Gangamopteris, Glossopteris, Schizoneura und Phyllotheca sind auf vielen Gondwana-Ablagerungen verbreitet, ebenso einige nicht-marine Ostracoden und terrestrische und limnische Wirbeltiere (Lystrosaurus, Mesosaurus). Charakteristische Sedimentabfolgen sind die in Südafrika ausgebildete Karoo-Supergroup (Oberkarbon-Mitteljura), die unteren und oberen Gondwana-Schichten in Indien, die Passa-Dois-Gruppe in Brasilien und andere, vergleichbare Sedimente in Chile und Argentinien.
RKo |
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