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Entstehung abgekühlter Luft in den Nachtstunden, in denen die Energiebilanz der Erdoberfläche negativ ist und die Temperatur im Laufe der Zeit abnimmt. Die Abkühlung ist über vegetationsfreien Flächen bei windschwachen Wetterlagen mit wolkenlosem Himmel besonders gross. Der Bodenwärmestrom wirkt der Kaltluftbildung entgegen, indem er die tagsüber gespeicherte Energie aus dem Erdboden molekular zur Oberfläche transportiert. Die Kaltluftproduktivität gibt an, welches Volumen über einer ausstrahlenden Fläche pro Stunde abgekühlt wird (Einheit: m3/(m2 h)). Die Bildung kalter Luft ist von den lokalen Standortfaktoren wie Landnutzung, Bodenart, Geländeform und Bewuchs abhängig (Tab.). So kann ein nach Süden orientierter Hang während des Tages über einen längeren Zeitraum mehr Wärme speichern als ein Nordhang, dem eine geringere Energiemenge zukommt und der in den Abendstunden früher abgeschattet wird. Dadurch kann die Abkühlung bei geringer Ausgangstemperatur früher einsetzen und die Kaltluftbildung ist effektiver.
Kaltluftbildung (Tab.): Kaltluftproduktionsraten bei verschiedener Landnutzung. |
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