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Karte als Modell, verbreitete Auffassung über den Charakter der "Karte als Modell der Realität", basierend auf der in der Modelltheorie vertretenen Funktion von Modellen als Abbildungen oder Darstellungen von Gegenstandsbereichen. Die allgemeine Funktion von Modellen, für ein Original aufgrund von Struktur-, Funktions- und Verhaltensanalogien in bestimmten Situationen Aufgaben zu lösen oder Informationen zu gewinnen, trifft prinzipiell auch für Karten zu. Die mit der Nutzung von Modellen meistens geforderte nachvollziehbare Einflussnahme auf die Modellstruktur ist allerdings erst seit der Anwendung von elektronischen Karten möglich. Der Modellcharakter von Karten ergibt sich aus ihrer Funktion und Stellung im Herstellungs- und Nutzungsprozess. Die verbreiteste Sicht der Karte als Modell der Realitätresultiert aus der Annahme, dass kartographische Erkenntnisbildung und Technologieentwicklung auf Modellbildungen basieren (kartographische Modellbildung). Die damit verbundene kartographische Modellierung führt allerdings lediglich zu Modellierungsergebnissen, was nicht zwangsläufig einen Modellcharakter der Karte impliziert. Besonders die prinzipiell mögliche individuelle Einflussnahme des Kartenherstellers auf den Kartenherstellungsprozess schränkt eine nachvollziehbare Modellfunktion der Karte im Sinne einer gesteuerten Informationsgewinnung ein. |
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