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kolloiddisperse Systeme, kolloidale Lösungen, Sole, disperse Systeme aus etwa 1 bis wenige 100er nm grossen Teilchen in einem Dispersionsmittel, meist Wasser. Da die Teilchen kleiner sind als die Wellenlängen des sichtbaren Lichtes, erscheinen Kolloide auch unter dem Lichtmikroskop als homogene Lösungen. Die Streuung von Licht an den Partikelchen (Faraday-Tyndall-Effekt) verrät aber ihre kolloidale Natur. Die Stabilisierung der Kolloide, d.h. die Verhinderung ihrer Ausflockung zu grösseren Partikeln, beruht v.a. auf zwei Mechanismen. Zum einen ist dies die Umhüllung der Kolloidteilchen mit Wassermolekülen (hydrophile Kolloide). Auf diese Weise werden Biokolloide, Proteine, Metallhydroxide (Eisen-Aluminiumhydroxide) und Kieselsäure stabilisiert. Die Einlagerung von Wasser kann bis zur Erstarrung des Sols zu einem Gel führen. Der zweite Mechanismus ist die elektrostatische Abstossung der Kolloidteilchen, die v.a. bei den hydrophoben Kolloiden die Koagulation verhindert. Positive Oberflächenladungen weisen neben den hydrophilen Metallhydroxidsolen Fe(OH)3, Al(OH)3, Cr(OH)3 die hydrophoben Metalloxidsole, z.B.
TiO2, ZrO2 und CeO2, auf. Die Oberflächen von Au-, Ag- und Pt-Metallkolloiden und Metallsulfidsole wie As2S3 und Sb2S3 sind negativ geladen. Die Zusammensetzung des Elektrolyten hat auf die Stabilität hydrophober einen sehr viel grösseren Einfluss als auf die von hydrophilen Kolloiden. Neben den genannten anorganischen Kolloiden sind die Huminstoffe wichtige natürliche Kolloidsysteme. |
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