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Jean, französischer Astronom und Geodät, * 21.7.1620 La Flèche, † 12.10.1682 Paris; Prior in Rillé (Anjou), ab 1655 Professor in Paris, Mitglied der Pariser Akademie der Wissenschaften. Picard verbesserte geodätische Messinstrumente durch Einführung von Fadenkreuz und Schraubenmikrometer, führte ab 1669 im Auftrag der Pariser Akademie im Meridian von Paris eine Triangulation und eine Gradmessung zwischen Sourdon (südlich von Amiens) und Malvoisine (südlich von Paris) durch, um die Grösse des Erdumfangs neu zu bestimmen. Das Ergebnis war zwar das genaueste seit Eratosthenes, aber doch fehlerhaft, und es wurde zu einem der Ausgangspunkte des Streites um die Figur der Erde (am Äquator oder am Pol abgeplattet?) zwischen der französischen und der englischen Schule (Cassini, Newton, Maupertuis). Picard schlug als Längeneinheit bereits ein aus der Natur abgeleitetes Mass vor und bestimmte dazu die Länge des Sekundenpendels (Schwerkraft). Er war Begründer des ersten astronomischen Jahrbuchs (1679). Werke (Auswahl): »Mesure de la Terre« (1671). |
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