| |
morphographischer Begriff für freistehende Felsen, deren Durchmesser am Sockel (Stiel) geringer ist als im Hangenden (Kopf) (Abb.). Die Form entsteht durch intensivere Verwitterung in Bodennähe aufgrund der dort länger anhaltenden und höheren Feuchtigkeit. Daher tritt in der Regel auf der Schattenseite des Felsens eine deutlich stärkere Unterhöhlung auf. Pilzfelsen bilden sich häufig in unterschiedlich widerständigen Sedimenten, wenn das Hangende verwitterungsresistenter ist als das Liegende, so z.B. die Tischfelsen der mitteleuropäischen Buntsandsteingebiete (Buntsandstein). An Steilküsten entstehen Pilzfelsen durch Brandungshohlkehlen um freistehende Felspfeiler herum. Die in Wüsten vorkommenden Pilzfelsen wurden früher irrtümlicherweise als Korrasionsformen (Korrasion) gedeutet. Rundumkorrasion ist allerdings unwahrscheinlich, und der Wind ist nur indirekt über den Abtransport von Salzen für die Verwitterung, insbesondere die Desquamation und den Abtransport des Lockermaterials, an der Formung beteiligt.
Pilzfelsen: Pilzfelsen in der »Western Desert« (Ägypten). |
|