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Ökosystem Stadt, Funktionseinheit eines vom Menschen geschaffenen, urban-industriell geprägten Ökosystems, in dessen Wirkungsgefüge die naturbürtigen biotischen und abiotischen Faktoren und Komponenten von anthropogenen dominiert werden. Ein solches künstliche System kann nur durch einen intensiven Stoff- und Energieaustausch (z.B. Abwärme- und Abfallentsorgung, Frischwasser- und Frischluftzufuhr, Versorgung mit Energie und landwirtschaftlichen Produkten) aufrecht erhalten werden. Im Unterschied zu natürlichen Systemen sind geschlossene Stoff- und Energiekreisläufe fast nicht vorhanden, ebenso fehlt eine natürliche Regelung der Prozesse des Naturhaushaltes. An Stelle der natürlichen Regelung treten verschiedene anthropogen geprägte wirtschaftliche, politische und soziale Regulationsmechanismen. Stadtökosysteme besitzen aufgrund der dichten Überbauung, grossflächigen Versieglung, der Verdrängung des Bios und der Emissionen als Folge der Nutzungen ein eignes typische Stadtklima (Tab.), was wiederum die Ausbildung einer typischen Stadtflora beeinflusst (beispielsweise Ruderalflächen). Untersucht wird das Stadtökosystem von der Stadtökologie. Stadt, Stadtklima.
Stadtökosystem (Tab.): Veränderung der klimatologischen Parameter in der Stadt im Vergleich zum Freiland. |
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