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Xeropoium, weltweit verbreitete, baumarme bis baumfreie, von meist trockenresistenten Gräsern (v.a. Festuca, Stipa und Antropogon), Stauden (Geophyten) und einjährigen Blütenpflanzen bestimmte Vegetationsform. Die Pflanzendecke unterliegt einem jahreszeitenbedingten Wechsel des Aspekts. Steppen gehören zu den gemässigten aussertropischen Klimazonen mit geringen Jahresniederschlägen (400-600 mm) und sommerlicher Trockenzeit sowie kalten, schneereichen Wintern. Bei einer durch Trockenheit und Kälte begrenzten Vegetationszeit von weniger als 120 Tagen wird der Wald durch waldfreie Pflanzenformationen abgelöst. Charakteristischer Bodentyp ist die Schwarzerde. Als Prototyp der Steppen gelten die frostreichen baumfreien Grasfluren des südlichen Russlands. Vom lokalen Namen «stepj« wurde auch der Begriff abgeleitet. Ansonsten wird die Bezeichnung überwiegend auf Südosteuropa bis Südsibirien sowie auf entsprechende Vegetationsformen in Nord- und Südafrika oder in Australien angewandt. Die nordamerikanischen Steppen sind die Prärien, die südamerikanischen die Pampas. Der Begriff Steppe wird heute von den offenen Grasfluren der tropischen Savannen unterschieden. Weltweit wird in Steppengebieten Getreideanbau und Grossviehzucht betrieben. Die teilweise sehr intensive Nutzung führte vielerorts zu massiven Umweltproblemen (z.B. erhöhte Bodenerosion, Verarmung der ursprünglich reichen Grosstier-Fauna). Umgangssprachlich wird der Begriff Steppe auch für andere Vegetationsformen und nutzungsbedingte Landschaftstypen mit offenem, baumfreien Charakter verwendet (Kälte-Steppe, Gebirgs-Steppe). Intensiv ackerbaulich genutzte, ausgeräumte Landschaften in Mitteleuropa werden als Kultur-Steppe bezeichnet (Ausräumung der Kulturlandschaft).Steppenklima. |
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