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radioaktives Isotop des Wasserstoffs, 31H bzw. T, Halbwertszeit 12,43 Jahre (Betazerfall zu 3He). Tritiumkonzentrationen werden in Tritiumeinheiten (TU=tritium units) angegeben. 1 TU = 1
3H auf 1018 Wasserstoffatome und 1 TU = 0,118 Bq/kg Wasser. Tritium entsteht in der Umwelt bzw.
wird eingetragen: a) durch kosmische Strahlung in der oberen Erdatmosphäre, z.B.
14 0n→12 7N+1 6C+31H; b) geogen, z.B. durch die Spaltung von 6Li (63Li+10n→31H+42He). Dieser geogene Tritiumeintrag ist i.d.R. sehr gering, kann aber in besonders lithiumreichen Gesteinen zu einer messbaren Erhöhung der TU-Werte führen. Im Bereich von Uranlagerstätten (Uranspaltung) werden hingegen hohe 3H-Konzentrationen (bis zu 250 TU) gemessen, z.B. in Saskatchewan (Kanada) oder am Naturreaktor von Gabun; c) durch Neutronenbeschuss von Stickstoff in Kernreaktoren; d) durch die atmosphärischen Kernwaffentests (Bombentritium), deren hohe Neutronenflüsse atmosphärisches Stickstoff spalten und die bedeutendste Tritiumquelle darstellen.
Das durch die Kernwaffentests in der Atmosphäre erzeugte Tritium wird - ebenso wie das nach a) erzeugte - in den Wassermolekül der Niederschläge eingebunden (Abb.). Nach der nach Sprengkraft grössten Testserie 1962 wurden im Frühjahresniederschlag 1963 bis zu 10.000 TU gemessen. Die Testmoratorien haben zu einem deutlichen Rückgang der Tritiumbelastungen geführt. Der sehr starke Eintrag von Tritium in die Hydrosphäre im Jahr 1963 ermöglicht die Verwendung von Tritium für die Altersbestimmung von Grundwässern. Werte über 30 TU werden meist als Einfluss des Bombentritiums interpretiert. Die Bedeutung dieser in den letzten 40 Jahren etablierten Methodik der Isotopenhydrogeologie tritt aber mit dem Abklingen des Einflusses des Bombenpeaks zurück.
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