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Bodenabtrag und –transport, der durch Wind verursacht wird. Der Prozess der Winderosion kann in folgende Teilprozesse untergliedert werden: 1) Ablösung der Bodenpartikel: setzt ein, wenn die aerodynamischen Kräfte des Windes die Trägheit der Bodenteilchen sowie die Kohäsion überwinden = kritische Wind- oder Schubspannungsgeschwindigkeit; 2) Transport: Man unterscheidet drei Transportformen: a) Rollen, Kriechen: Nach Überschreiten der kritischen Windgeschwindigkeit werden zunächst besonders windexponierte Bodenpartikel rollend oder kriechend bewegt. Durch den Aufprall bereits saltierender Partikel können Korngrössen von 0,6–2 mm bewegt werden. Der Transport erfolgt meist nur über wenige Meter; b) Saltation: bezeichnet die springende Bewegung von Bodenpartikeln und wird durch den Zusammenprall von bereits rollenden oder springenden Bodenpartikeln ausgelöst. Die Sprunghöhe ist meist unter 30 cm. Die Saltanation ist ein entscheidender Prozess für den Energietransfer aus der Strömung an die Bodenoberfläche. Die Partikel werden in höheren Luftschichten stärker beschleunigt und geben diesen Energieüberschuss beim Auftreffen an die Bodenoberfläche ab, dadurch können neue Partikel in Bewegung gesetzt werden (lawinenartiges Anwachsen des Transportes=Avalanching-Effekt) oder Strukturelemente des Bodens zerschlagen werden (Abrasion). An Saltation sind vorwiegend Partikel der Fraktionen 0,6–0,06 mm beteiligt. Der Transport endet auf dem Feld im Windschatten von Hindernissen (Furchen, Kluten, Pflanzen) oder spätestens am Feldrand (Graben, Furche, Rain); c) Suspension: Partikel, deren Fallgeschwindigkeit kleiner als die turbulenzbedingte Vertikalkomponente des Windes ist, werden in Suspension gehalten. Der Transport kann über mehrere Meter, aber auch einige Tausend Kilometer erfolgen; 3) Abrasion: Abschmirgeln verkrusteter oder aggregierter Oberflächen (auch bei Gesteine). Der grösste Teil suspensionsfähigen Materials wird erst durch Abrasion erzeugt; 4) Sortierung; 5) Deposition: Sedimentation, erfolgt als trockene Deposition oder durch Bindung an Niederschläge als nasse Deposition. |
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