| |
Auflösung der Zweideutigkeit bei der Beschreibung einer nicht zentrosymmetrischen Kristall- oder Molekülstruktur in einem absoluten Bezugssystem.
Für nicht zentrosymmetrische Kristallstrukturen hat man immer die Entscheidung zwischen einer
Struktur und ihrer Inversen zu treffen. Der Begriff "absolute Struktur" beschreibt diese Wahl, meint
jedoch verschiedene Dinge, je nach Punktgruppensymmetrie: Für enantiomorphe (Enantimorphie) Punktgruppen (1, 2, 222, 4, 422, 3, 32, 6, 622, 23 und 432), die
nur reine Drehachsen enthalten, spricht man von absoluter Konfiguration, wenn chirale Strukturen zu unterscheiden sind, und von absoluter Konformation für achirale Strukturen. Falls die Struktur zu einer der 11 enantiomeren Raumgruppenpaare gehört, bedeutet das zugleich die Bestimmung des Raumgruppentyps.
Für polare Punktgruppen (m, mm2, 4mm, 3m, 6mm) muss die Richtung der polaren Achse und der Ursprung der Kristallstruktur festgelegt werden. Für Strukturen mit Drehinversionsachsen 
,

oder 
(Punktgruppen 
,

2m,

,

m2 und 
3m) muss die Kristallstruktur relativ zur gewählten Aufstellung der Kristallachsen festgelegt werden. Kennt man die absolute Struktur eines Strukturfragments, dann ist die Zuordnung sofort eindeutig möglich. Sonst nutzt man zur Bestimmung der absoluten Struktur anomale Dispersionseffekte aus, indem man einen auf die absolute Struktur empfindlichen Parameter verfeinert oder die Beugungsintensitäten ausgewählter Friedelpaare F( 
) und F(-
) direkt vergleicht. Bei Strukturen ohne Schweratom ist das allerdings nur eingeschränkt oder gar nicht möglich; in diesen Fällen kann über Mehrstrahlinterferenzen eine Entscheidung gefällt werden. |
|