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Ableitung des Winkels φ zwischen der Lotrichtung an einem Ort der Erdoberfläche und der Äquatorebene (astronomisches Dreieck). Die praktikabelsten Verfahren ergeben sich aus Höhendurchgangsbeobachtungen im zirkummeridianen Bereich. Nach der Sterneck-Methode (astronomische Breitenbestimmung) werden Zenitdistanzen (Zenitwinkel) von nördlich und südlich des Zenits kulminierenden Sternen gemessen. Für einen Nord- (n) und einen Süd- (s) Stern erhält man die astronomische Breite φ zu
δs, δn =scheinbare Sterndeklination, zs, zn =gemessene Zenitdistanzen, wegen Refraktion verbessert. Durch Beobachtung mehrerer solcher Sternkombinationen und regelmässigen Wechsel der Fernrohrlagen werden Nullpunktfehler des vertikalen Messkreises und restliche Refraktionseinflüsse minimiert. Eine Verfeinerung wird durch die Horrebow-Talcott-Methode erreicht. Hierbei wird die Zenitdistanzdifferenz ZS -Zn so klein gewählt, dass Nord- und Südstern nacheinander durch das Gesichtsfeld des zwischen den Durchgängen der beiden Sterne um 180º in Azimut gedrehten Fernrohrs laufen, ohne dass dessen Zenitdistanz verändert werden muss. Letzteres wird durch eine am Fernrohr anklemmbare Horrebow-Libelle sichergestellt. Die Zenitdistanzdifferenz wird mit einem Okularmikrometer (mit verstellbarem Horizontalfaden) gemessen. |
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