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Bezeichnung für bestimmte Spektralbereiche, in denen die wolkenfreie Atmosphäre die kurzwellige solare oder die langwellige terrestrische Strahlung nahezu ohne Schwächung zur Erdoberfläche bzw. in den Weltraum durchlässt. Das wichtigste atmosphärische Fenster ist der sichtbare Spektralbereich (Sonnenstrahlung Abb.), in dem nur geringe Absorption stattfindet (z.B. durch Ozon). Meist werden mit dem Begriff atmosphärische Fenster jedoch nur die beiden Spektralbereiche im terrestrischen Spektrum 3,45 μm-4,1 μm und 8,2 μm-13,0 μm bezeichnet. Die anderen Spektralbereiche im terrestrischen Spektrum werden in erster Linie durch Absorptionsbanden des Wasserdampfs und des Kohlendioxids dominiert. Das grosse Fenster im Infraroten wird durch die Ozonbande bei 9,6 μm in zwei Bereiche aufgeteilt (elektromagnetisches Spektrum). Dieses Fenster hat wesentliche Bedeutung für den Treibhauseffekt, denn die Zunahme der Konzentration der klimarelevanten Spurengase verursacht eine spektrale Verengung des Fensters. Damit wird die Abstrahlung des Erdbodens im IR-Bereich behindert. Ausserdem spielen die atmosphärischen Fenster in der Fernerkundung eine wichtige Rolle, denn sie werden zur Bestimmung der globalen Verteilung der Erdoberflächentemperatur von Satelliten aus benutzt. Weitere atmosphärische Fenster gibt es ausserhalb des solaren und terrestrischen Spektralbereichs, z.B. im Mikrowellen- und im Radiowellenbereich. |
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