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Organismen, welche nach ihrem Bauplan zwischen höheren Taxa, i.d.R. zwischen Tierstämmen, vermitteln. Sie besitzen sowohl die Merkmale des phylogenetisch älteren als auch des abgeleiteten Taxons. Solche Organismen sind damit konkrete Belege für die Evolution. In der heutigen Tierwelt gelten unter den Invertebraten z.B. die fossil auch aus dem Burgess Shale bekannten Onychophoren (Stummelfüssler, Abb. 1) als missing link. Obwohl sie noch einen typisch annelidenartig gegliederten Körperbau aufweisen, sind ihre stummelartigen, an jedem Körpersegment angeordneten Füsschen eine typische arthropodenartige Weiterentwicklung der Anneliden-Parapodien. Als missing link zwischen Reptilien und Säugern können die beiden eierlegenden Säuger (Prototheria) Australiens angesehen werden (Schnabeligel, Schnabeltier). Klassische fossile missing links sind das älteste bekannte Amphib Ichthyostega (Abb. 2) aus der oberdevonischen Old-Red-Fazies Grönlands und der Urvogel Archaeopterix aus den oberjurassischen Solnhofener Plattenkalken. Als Amphib besitzt Ichthyostega zwar Schulter- und Beckengürtel und vier fünfzehige Extremitäten, aber im Anklang an seine von den Quastenflossern (Crossopterygier) abzuleitende Herkunft einen mit Flossensaum versehenen Schwanz, ein geschlossenes Schädeldach und die für Crossopterygier typischen, stark zerfältelten Zähne. Archaeopterix, als Bindeglied zwischen Reptilien und Vögeln weist als Reptilmerkmale u.a. Zähne im Schnabel, Klauen an den Vorderextremitäten und einen langen Schwanz auf, seine Befiederung beweist aber die eindeutige Zuordnung zu den Vögeln.
missing link 1: der rezente Stummelfüssler Peripatoides.
missing link 2: Ichthyostega aus dem grönländischen Old Red. |
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