| |
Drehung der Polarisationsebene linear polarisierten Lichts beim Durchgang durch ein optisch aktives Medium. Optisch aktive feste und flüssige Stoffe drehen somit die Schwingungsrichtung polarisierten Lichtes. Der Winkel, um den die Schwingungsrichtung gedreht wird, nimmt proportional mit der Dicke der durchlaufenden Schicht, bei Flüssigkeiten ausserdem mit der Konzentration zu. Als spezifische Drehung wird der Drehwinkel pro Millimeter (Feststoffe) bzw. Dezimeter (Flüssigkeiten) bezeichnet. Die spezifische Drehung ist wellenlängenabhängig (Rotationsdispersion). Mit von der optischen Achse abweichender Ausbreitungsrichtung nimmt die optische Aktivität ab und verschwindet. Je nach Struktur der optisch aktiven Substanz kann die Schwingungsebene nach rechts oder links gedreht werden. Beispiele sind Rechts-Quarz und Links-Quarz.
Die Drehrichtung ist häufig nicht auf die Ausbreitungsrichtung des Lichtes, sondern entgegengesetzt auf die Beobachtungsrichtung bezogen. An mikroskopischen Präparaten ist die optische Aktivität wegen der geringen Schichtdicken nur selten beobachtbar. Bei der konoskopischen Beobachtung (Konoskopie) millimeterdicker Quarzplatten, die senkrecht zur optischen Achse geschnitten sind, kann die Drehung der Schwingungsrichtung an der Aufhellung des Kreuzmittelpunktes und an den sogenannten »Airyschen Spiralen« erkannt werden. Praktische Anwendung findet die optische Aktivität u.a. bei der Konzentrationsbestimmung von Zuckerlösungen mit Polarimetern. |
|