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Deszendenztheorie, bildet gemeinsam mit der Genetik (Vererbungslehre) das Grundgerüst für die Lehre von der Evolution der Organismen. Grundgedanke der Abstammungslehre ist, dass alle heutigen Organismen sich im Lauf der Zeit aus einfacheren Vorfahren entwickelten, indem im Erbgut Mutationen auftreten. Diese Veränderlichkeit wird bei der Züchtung von Haustieren und Nutzpflanzen praktisch genutzt. Eine wesentliche Stütze der Abstammungslehre ist der paläontologisch-stratigraphische Befund. Je höher Tiere und Pflanzen organisiert sind, desto später erscheinen sie in der Erdgeschichte (Abb.). Die Ähnlichkeit der fossilen mit lebenden Arten nimmt in allen Organismengruppen in Annäherung an die Gegenwart zu. Auch besitzen viele rezente Organismen rudimentäre (rückgebildete) Organe, die bei fossilen Verwandten noch funktionsfähig entwickelt waren. So ist z.B. bei Walen im Tertiär eine zunehmende Rückbildung der Hinterextremitäten und damit zusammenhängend des Beckens nachzuweisen. Vom Becken blieben bei rezenten Formen nur einige kleine Überreste, die ohne Verbindung mit der Wirbelsäule sind. Vergleichbar ist auch die Rückentwicklung der Extremitäten bei den Schleichen.
Abstammungslehre: Entwicklung der Wirbeltiere. |
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