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mit massivem Eis gefüllte vertikale Spalte unterschiedlicher Grösse im Permafrost. Diese Frostspalten entstehen durch Kontraktion des gefrorenen Bodens aufgrund starker Abkühlung. Eiskeile beginnen als schmale, senkrecht orientierte Eisvenen. In den Spalten bildet sich Rauhreif und im Frühjahr dringt Schmelzwasser ein. Wiederholtes Öffnen der Spalte durch Kontraktion im Laufe der Jahre und gefrierendes Wasser in der Frostspalte führen zur allmählichen Verbreiterung und Vertiefung des Eiskeils, durch den auch die charakteristische Bänderung entsteht (Teil a der Abb.). Das Eis ist durch die darin enthaltenen kleinen Luftblasen normalerweise milchig-weiss. Die Grösse von Eiskeilen variiert zwischen weniger als 10 cm und mehr als 3 m. Sie laufen spitz zu bis in eine Tiefe von normalerweise zwischen 1 und 10 m. Manche Eiskeile können bis in Tiefen von 25 m reichen. Epigenetische Eiskeile entstehen in bereits vorhandenem Untergrund, während syngenetische Eiskeile gleichzeitig mit neu sedimentiertem Material entstehen. Epigenetische Eiskeile sind normalerweise keilförmig; syngentische Eiskeile haben typischerweise unregelmässige Formen. An der Erdoberfläche formen Eiskeile normalerweise Eiskeilpolygone. Eiskeile, die im Wachstum begriffen sind, werden als aktive Eiskeile bezeichnet. Sie kommen hauptsächlich in Gebieten mit kontinuierlichem Permafrost vor. Inaktive Eiskeile können über viele Jahrhunderte hinweg unverändert bleiben. Schmelzen Eiskeile endgültig ab, werden die Spalten mit Sedimenten verfüllt und es entstehen Eiskeilpseudomorphosen (Teil b der Abb.). Besteht die Eiskeilfüllung aus Löss, spricht man von Lösskeilen. |
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