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Erzlagerstättenklassifikation

 
     
  Einteilung der Erzlagerstätten in ein Ordnungsschema, das nach v.a. genetischen Gesichtspunkten für die Erzminerale und der Verbandsverhältnisse des einschliessenden oder begleitenden Nebengesteins durchgeführt wird. Neue Erkenntnisse, z.B. aus der Konzeption der Plattentektonik, aus der Erforschung der Ozeanräume oder aus Tiefbohrungen, sowie neue Untersuchungsmethoden (z.B. Isotopengeochemie oder Untersuchung der Flüssigkeitseinschlüsse) haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten häufig zu neuen, allerdings nicht immer widerspruchsfreien genetischen Vorstellungen geführt, z.B. hinsichtlich syngenetischer oder epigenetischer (Epigenese) Mineralisationen. So gehen die Bemühungen in der Lagerstättenkunde inzwischen dahin, von einer genetisch betonten zu einer stärker deskriptiven Klassifikation zu kommen.


Die traditionelle Einteilung entsprach der Klassifikation der Gesteine und unterschied magmatische, sedimentäre und metamorphe Erzlagerstätten. Die magmatischen wurden hierbei nach den Vorstellungen einer paragenetischen Abfolge mit abnehmenden Temperaturverhältnissen weiter untergliedert. In diese Abfolge gehörten die hydrothermalen Lagerstätten, die wiederum nach verschiedenen Temperaturbereichen unterteilt wurden (kata-, meso-, epi- und telethermal). Heute weiss man, dass die hydrothermalen Lagerstätten nur noch untergeordnet aus magmatischen Lösungen abgeleitet werden können.


Konsequenz dieser Neuerkenntnisse ist eine weniger starke Schematisierung mit einer Klassifikation der Erzlagerstätten auf der Grundlage von endogenen und exogenen Vorgängen.


Zu den Lagerstätten der endogenen Prozesse gehören: a) intramagmatische Lagerstätten (liquidmagmatische Lagerstätten), z.B. Chromit-, Platin-, Nickelmagnetkies-Vererzungen, b) pegmatitische Lagerstätten, z.B. Vererzungen von Uran, c) (epigenetische) hydrothermale Lagerstätten (Ganglagerstätten), z.B. Gänge, Stockwerk- oder porphyrische Vererzungen (porphyrische Lagerstätten) mit Gold, Buntmetallen u.a., d) metamorphe Bildungen, z.B. kontaktmetasomatische Vererzungen (kontaktmetasomatische Lagerstätten) mit Buntmetallen u.a.


Zu den Lagerstätten der exogenen Prozesse gehören: a) mechanische Anreicherungen, z.B. Seifen-Lagerstätten für Gold, Titanerze u.a., b) Residualbildungen, z.B. Bodenbildungsprozesse, Nickellaterite, Bauxite, c) sedimentäre Abscheidungen, z.B. Eisen- und Mangan-Vererzungen, sekundäre Anreicherungen, z.B. Reicherz-Bildungen bei Quarz-Bändererzen (Banded Iron Formation) oder Zementationszonen, d) sedimentär-exhalative bzw. syngenetische hydrothermale Bildungen, z.B. Red-Bed-Lagerstätten, Sedex-Typ (sedimentär-exhalative Lagerstätten) mit massiven stratiformen Sulfid-Vererzungen, Erzschlämmen, black smoker.
 
 

 

 

 
 
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