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halbfreies Grundwasser, verzögerte Porendränung, ein Grundwasserleiter, der von einer geringer wasserleitenden Schicht überlagert wird. Die horizontale Strömungskomponente in dieser halbdurchlässigen Schicht darf deshalb bei der Auswertung von Pumpversuchen in halbfreien Grundwasserleitern nicht mehr vernachlässigt werden. Bei der Grundwasserentnahme gleichen sich die Absenkungsbeträge mit zeitlicher Verzögerung an die eines freien Grundwasserleiters an. Unter idealen Bedingungen gliedert sich die Entleerung in drei Phasen: a) Die Absenkung verläuft wie im gespannten Grundwasserleiter (gespanntes Grundwasser). Das geförderte Wasser stammt aus der Druckentlastung des Grundwassers und aus der Kompression des Korngerüstes. Diese Phase dauert meist nur einige Minuten. b) Danach stellt sich durch ein der Leckage im halbgespannten Grundwasserleiter vergleichbares Nachtropfen aus der überlagernden Schicht ein pseudostationärer Zustand ein; die Absenkungskurve verflacht immer mehr, daher die Bezeichnungen "Grundwasserleiter mit verzögerter Entleerung" und "verzögerte Porendränung". Diese Phase dauert im Bereich von Minuten bis zu einigen Stunden. c) Der Einfluss der verzögerten Entleerung wird zunehmend geringer, so dass die Absenkungskurve wieder steiler wird und nur noch horizontale Strömungskomponenten wirksam sind. Die Absenkung verläuft nun wie in einem freien Grundwasserleiter (freies Grundwasser) und die Werte müssen bei hohen Absenkungsbeträgen zur Auswertung korrigiert werden (korrigierte Absenkung). Pumpversuche in Grundwasserleitern mit verzögerter Entleerung können mit dem Typkurververfahren nach Boulton (Boulton-Verfahren) oder nach Neuman ausgewertet werden. |
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