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ein durch ein zusammenhängendes Ereignis ausgelöstes Hochwasser. Dabei ist es von untergeordneter Bedeutung, ob das auslösende Ereignis, z.B. der Niederschlag, kurzfristig unterbrochen wird. Wichtiger ist, dass eine zusammenhängende Periode betrachtet wird. Durch bestimmte Verfahren, z.B. dem Floodrouting-Verfahren, wird die Art und Weise des Fortschreitens der Hochwasserwelle im Gerinnebett untersucht. Aus der Kontinuitätsgleichung kann gefolgert werden, dass ein grösseres Wasservolumen innerhalb des Bereichs der Hochwasserwelle einen Anstieg des Wasserstandes bewirkt. Beim Zurückgehen der Hochwasserwelle nimmt der Wasserstand wieder ab. Im Bereich des rückwärtigen Wellenastes bildet sich ein Abschnitt mit vermindertem Wasserspiegelgefälle JW, bezogen auf das Sohlgefälle JS aus (Abb.). Die Fliessgeschwindigkeit im vorderen Wellenteil ist wegen des grösseren Wasserspiegelgefälles (Jw > Js) höher als im rückwärtigen Wellenteil (Jw < Js). Dieser Zusammenhang führt auch dazu, dass nach Durchlauf des Hochwasserscheitels ein Abschnitt mit verringertem bzw. verzögertem Durchfluss auftritt, während im vorderen Wellenast beschleunigter Durchfluss festzustellen ist. Dies ist auch der Hintergrund für die Durchflusshysterese. Das Fortschreiten der Hochwasserwelle ist auch im Hinblick auf das Zusammentreffen mit Hochwasserwellen der Nebenflüsse von Interesse. Treffen die Hochwasserwellen von Haupt- und Nebenflüssen zusammen, findet eine Akzentuierung der Hochwasserspitze statt, bei einem zeitversetzten Auftreten flacht die Hochwasserspitze hingegen ab. Durch flussbauliche Massnahmen kann gegebenenfalls eine Entzerrung oder eine Verschärfung der Hochwasserwelle herbeigeführt werden. Der zeitliche und räumliche Verlauf der auf die Hochwasserwellen bezogenen Niederschlagsereignisse ist bei der Analyse der Koinzidenzen der Hauptwellen und der Nebenwellen jedesmal erneut einzubeziehen.
KHo
Hochwasserwelle: Längsschnitt durch eine Hochwasserwelle (Jw = Wasserspiegelgefälle, Js = Sohlgefälle). |
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