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Genauigkeit der in Form von Höhenlinien oder Höhenschichten angegebenen Höhen in Karten. Der mittlere quadratische Fehler (=Standardabweichung) einer aus einer topographischen Karte im Massstab 1:M und Äquidistanz (Schichthöhe) z auf oder zwischen den Höhenlinien entnommenen Höhe h ist:
σh = a(z)+b(M)tanα.
Diese frühe, trotz Verbesserungsversuchen noch heute gültige Fehlerformel entstand bei den ersten Trassierungen von Fernbahnen auf der Grundlage von Höhenschichtenplänen. Auch die Höhengenauigkeit von Digitalen Höhenmodellen (DHM) lässt sich mit Formeln von der gleichen Struktur beschreiben, da sich bei gleichen oder ähnlichen Verfahren der Höhenmessung auch die Erfassungsfehler entsprechend verhalten. Lediglich die Abhängigkeit von der Geländeneigung tanα ist nicht so stark ausgeprägt. Die Konstanten a, b werden in verschiedenen Modifikationen angegeben, z.B.:
Die Konstante a beschreibt den Einfluss der Diskretisierung auf der Höhenkoordinate, die Konstante b jenen der massstabsabhängigen Lagegenauigkeit der Höhenlinien. Bei gleicher Geländeneigung sind gleiche, im Bergland grössere, im Flachland kleinere Höhenfehler zu erwarten. Beispielsweise ist in der Deutschen Grundkarte 1:5000 der mittlere Höhenfehler im Flachland (Hügel- und Bergland) von der Grössenordnung Dezimeter (Meter). Im Gebirge wird er mit der obigen 1. Formel in der Regel überschätzt. Dort gilt eher die Faustformel:
σh ≈ z/3,
entsprechend der Drei-Sigma-Regel der Fehlerstatistik, wonach der als 3σh definierte Maximalfehler nicht grösser als die Schichthöhe sein kann. In Musterblättern topographischer Kartenwerke sind zulässige mittlere Höhenfehler neigungsabhängig angegeben. Der mittlere Fehler der aus Höhenlinien abgegriffenen Geländeneigung(Höhenbestimmung) ist:
und jener aus DHM-Höhen berechneten Geländeneigungen:
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