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Portulankarte, der erstmals 1285 belegte Begriff portolano (Portolan) bezeichnet im Italienischen ein Buch mit nautischen Instruktionen (franz. routier, niederländisch leeskart, dt. Seebuch); später gehörten zu ihnen auch Seekarten. Seit dem ausgehenden 19. Jh. werden solche auf Pergament gezeichneten mittelalterlichen Seekarten für die Küsten des Mittelmeergebietes, teilweise einschliesslich der europäischen Westküste, Portolankarte genannt. Sie sind meist italienischer (Genua, Venedig), seltener katalanischer (Barcelona) oder mallorquinischer Herkunft. Sie treten unvermittelt Ende des 13. Jh. auf (Pisaner Karte) und zeigen im Mittelmeer einen sehr exakten Küstenverlauf, weisen jedoch deutlich zwischen homogenen Blöcken Verzerrungssprünge auf. Anstelle eines Gradnetzes (Gradnetz der Erde) enthalten sie ein regelmässiges Netz ausgezogener Linien (marteloïo=Rhomben) der 16teiligen Windrose. Rhomb (griech.) bzw. rhumb (engl.) bezeichnet in der Schiffersprache 1 Windstrich der 32teiligen Windrose. Nach diesem Netz aus Rhombenlinien werden sie auch als Rumbenkarten bezeichnet. Ihr Entstehen hängt eng mit dem Aufkommen des Kompasses mit einer Windrose (Genueser Nadel) um 1250 zusammen. Diese Art der Seekarten hielt sich bis in die Mitte des 17. Jh. |
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