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TO-Karte, meist kleines kreisrundes Erdbild. Die Radkarte ist die allgemeine Form der Darstellung des mittelalterlichen christlichen Weltbildes nach der Lehre des Kirchenvaters Augustinus. Die obere Hälfte dieser geosteten Erdbilder stellt Asien mit dem Paradies vor, das durch ein T-förmiges Gewässer von Europa (links unten) und Afrika (rechts unten) getrennt ist. Der Aussenring (O) symbolisiert das Weltmeer. Aus dieser Anordnung ergibt sich die Bezeichnung als TO-Karte. Solche Karten finden sich hauptsächlich als kleine Textabbildungen in Psaltern vom 8. Jh. bis um 1100 (Beatuskarte). Nach 1100 wird der Inhalt durch Einflüsse der Kreuzzüge reicher und Jerusalem rückt in den Mittelpunkt der Darstellung. Auch Kombinationen mit Klimazonenkarten erfolgten um diese Zeit. Aus dem 13. Jh. sind auch grosse, reich ausgeschmückte Radkarten bekannt,
z.B. die Ebstorfer Weltkarte und die Herefordkarte. Unter den Karteninkunabeln zeigen zwölf das TO-Muster. |
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