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Barranco, Gully, Kerbe, Klinge, Rachel, Ravine, Reche, Sieke, Tilke, steilwandige, oft mehrere Meter tiefe Erosionsschlucht mit kerben- bis kastenförmigem Querschnitt, deren Länge mehrere hundert Meter betragen kann. Obwohl Runsen i.d.R. kein Gerinnebett mit perennierendem Abfluss aufweisen, sind sie während starker Niederschlagsabflussereignisse durch fluviale Erosion oder Piping entstanden und können episodisch oder periodisch weitergeformt werden. Sie bilden sich bevorzugt an Hängen, die von kohäsiven Lockersedimenten (meist Löss, Lössderivate und Kolluvium) bedeckt sind. Für die Runsengenese kommen zwar auch natürliche Prozesse in Frage (badlands), jedoch sind viele Runsen eine Folgeerscheinung anthropogen ausgelöster linienhafter Bodenerosion im Bereich von landwirtschaftlichen Nutzflächen. Wie die vielen Synonyme zeigen, sind Runsen in einigen Gegenden Mitteleuropas ein weit verbreiteter Erosionsschaden. Die heute in wiederaufgeforsteten Gebieten zu findenden Runsen entstanden häufig schon im Mittelalter und gelten aufgrund der erosionsmindernden Wirkung des Waldbestandes als fossil. |
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