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indirektes Spülbohrverfahren, Saugbohren, Spülbohrverfahren (Spülbohrung), bei dem die Bohrspülung direkt in das Bohrloch eingeleitet wird und dort zwischen Bohrgestänge und Bohrlochwand auf die Bohrsohle strömt (Abb.). An der Bohrspitze vermischt sie sich mit dem Bohrgut und wird mittels einer Pumpe durch das hohle Bohrgestänge abgesaugt. An der Erdoberfläche wird das Gemisch in eine Spülgrube geleitet, wo sich das Bohrgut absetzen kann. Danach wird die Bohrspülung wieder in den Spülwasserkreislauf eingeführt. Die Bohrspülung hat neben der Löse- und Transportfunktion auch die Aufgabe, das Bohrloch anstelle einer Verrohrung zu stützen (Spülungszusätze). Der Unterschied zum Lufthebeverfahren besteht im wesentlichen in der Art des Pumpvorganges. Bei der Pumpe handelt es sich in der Regel um eine sehr leistungsfähige Kreiselpumpe. Diese muss vor Inbetriebnahme über eine Vakuumeinrichtung mit Flüssigkeit gefüllt werden. Die manometrische Förderhöhe liegt je nach Dichte des zu fördernden Gemisches von Bohrspülung und Bohrgut bei ca. 6-8 m. Die Förderleistung hängt von der Förderhöhe ab.
Das Saugbohrverfahren wird vor allem eingesetzt bei geringen Bohrtiefen (50-100 m) und grossen Bohrdurchmessern (1000-1500 mm). Seine Vorteile liegen vor allem in der schnellen Einrichtungsund Anfangszeit der Bohrung. Nachteil des Saugbohrverfahrens ist ein starker Verschleiss der Saugpumpe, da das geförderte Bohrgut die Pumpe durchläuft. Durch Reibungsverluste und Undichtigkeiten in der Förderleitung nimmt die Förderleistung mit zunehmender Tiefe ab. Sinkt der Wasserspiegel bzw. die Bohrspülung unter 3-5 m ab, lässt sich der Spülkreislauf nicht mehr anfahren. Das Bohren ist somit nicht mehr möglich. Bevor die Saugpumpe in Gang gesetzt wird, muss der Wasserspiegel beziehungsweise die Bohrspülung dicht unter der Geländeoberfläche stehen. Dies gilt auch beim Nachsetzen von Bohrgestänge.
Saugbohrverfahren: schematische Darstellung. |
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