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die südlichste tektonofazielle Zone der Alpen, welche direkt auf afrikanischer Lithosphäre aufliegt (apulischer Mikrokontinent, apulische Scholle) und somit am Nordrand Gondwanas angesiedelt war. Ab dem Perm entwickelte sich hier ein ausgedehntes Schelfmeer, in dem sowohl das Ost- als auch das Südalpin ausgebildet wurde. Das Südalpin schloss ursprünglich direkt im Süden an das Ostalpin an, es ist aber heute durch die tektonische Linie der periadriatischen Naht vom Rest der Alpen abgesetzt. Abgesehen von der Wanderung des Südalpins von seiner ursprünglichen äquatornahen Position nach Norden ist es weitgehend als autochthon anzusehen. Der Untergrund besteht zumeist aus variszisch konsolidierter Lithosphäre, aber entlang der Nordostgrenze sind auch fossilführende paläozoische Schichten (Devon bis Karbon) aufgeschlossen. Die nachvariszische Gesteinsabfolge wird im frühen Perm durch ausgedehnte, subaerische, überwiegend rhyodacitische Vulkanite eingeleitet, die in der Bozner Porphyrplatte mit bis zu 2000 m ihre grösste Mächtigkeit erreichen. Die vulkanische Aktivität ist Ausdruck von Krustendehnung zwischen Gondwana und Eurasien. Die marine Abfolge des Mesozoikums ist jener des Ostalpins vergleichbar, abgesehen davon, dass das Auftreten von basischen Laven und Tuffen in der mittleren Trias der Dolomiten zu einer Verzahnung zwischen Riffablagerungen und Vulkaniten führte. Die den Vulkaniten zugeordneten Tiefengesteine mit ihren Kontaktaureolen sind in den klassischen Lokalitäten Predazzo und Monzoni aufgeschlossen. Abgesehen von südvergenten Rückfaltungen im Westen des Südalpins war die Deformation mässig, es kam zu keinen nennenswerten Überschiebungen. |
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