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length of day, lod, 1) Geodäsie: dient dazu, die Änderungen der Geschwindigkeit der Erdrotation auszudrücken und dient alternativ zur Darstellung der Abweichungen der Weltzeit von der gleichförmigen Atomzeit. Die Schwankungen der Tageslänge können unterschiedlichen Periodenbereichen zugeordnet werden. Im kurzperiodischen Bereich mit Perioden von ungefähr einem Tag und einem halben Tag wirken sich die durch Sonne und Mond verursachten Meeresgezeiten am stärksten auf die Tageslänge aus. Im Periodenbereich von wenigen Wochen bis Monaten dominieren die Perioden von 14 und 28 Tagen aufgrund der durch den Mond verursachten Gezeiten sowie weitere, stark variierende Schwankungen zwischen 50 und 90 Tagen. Letztere werden im wesentlichen durch die zonalen Winde angeregt. Eine Wavelet-Analyse der beobachteten Tageslängen zeigt im Bereich der mittleren Perioden die saisonalen Schwankungen von einem halben und einem ganzen Jahr. Diese werden in erster Linie durch Variationen des Drehimpulses der Atmosphäre erzeugt, die sich in der Erdrotation widerspiegeln. Dekadische Fluktuationen der Tageslänge (Rotation der Erde) führt man auf Drehimpulsänderungen im flüssigen Erdkern zurück, die durch mechanische oder elektromechanische Kopplung an den Erdmantel weitergegeben werden. Wegen der Gezeitenreibung und aufgrund langfristiger Massenverlagerungen kommt es zudem zu einer säkularen Verlängerung des Tages um derzeit ca. 1,5 Millisekunden in 100 Jahren. 2) Klimatologie: Zeitdauer, zu der (astronomisch) die Sonne über dem Horizont steht. |
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