Eigenschaft eines Kartennetzentwurfs, die gewährleistet, dass in einem Punkt P1 der Bezugsfläche (Kugel, Ellipsoid) der Winkel zwischen den Azimuten nach zwei weiteren Punkten P2 und P3 in der Abbildungsebene zwischen den entsprechenden Punkten P1‘, P2‘ und P3‘ unverzerrt bleibt. Winkeltreue Kartennetzentwürfe sind nach der Verzerrungstheoriekonforme Abbildungen.
Beispiele für winkeltreue Kartennetzentwürfe sind: stereographische Projektion, Mercatorentwurf, winkeltreuer Kegelentwürfe und Kawraiskis winkeltreuer Entwurf. Letzterer ist ein unecht kegeliger Entwurf. Daher ist seine Eigenschaft der Winkeltreue eine Ausnahme. Wie man aus der Verzerrungstheorie und der Grobeinteilung der Kartennetzentwürfeweiss, behalten nur echt kegelige Entwürfe die Rechtschnittigkeit von Meridianen und Parallelkreisen in der Abbildungsebene. Das heisst natürlich wiederum nicht, dass alle echt kegeligen Entwürfe winkeltreu sind.