| |
Singularität, mehr oder weniger kalendergebundene, im Jahresablauf auftretende Witterungsgegebenheit bzw. wegen ihrer typischen Andauer von einigen Tagen besser Grosswettergegebenheit (Grosswetterlage, Witterung), die meist hinsichtlich Temperatur (W=warm, K=kalt) und Niederschlag (N=nass, T=trocken) gekennzeichnet wird, und zwar als Anomalie gegenüber dem mittleren, „glatten” Verlauf des entsprechenden Jahresgangs (Abb.). Witterungsregelfälle der Temperatur lassen sich damit auch als „für die Jahreszeit relativ warm bzw. relativ kalt” kennzeichnen. Beispielsweise sind die Eisheiligen, ein kalter und zugleich trockener Witterungsregelfall, der aber in den letzten Jahrzehnten durch den konkurrierenden und nunmehr häufiger auftretenden warm-trockenen Witterungsregelfall des Spätfrühlings (17.-18.5.) abgelöst worden ist, oder die kalte und nasse Schafskälte (10.-12.6.) oder der warme und trockene Altweibersommer (25.-26.9.). Witterungsregelfälle sind stets mit dem Eintreten entsprechender Grosswetterlagen verbunden, die sie hervorrufen. Ihr typischer Ablauf im Jahresgang lässt sich in einem Singularitätenkalender festhalten, wobei allerdings das Eintrittsdatum etwas variiert und Witterungsregelfälle keinesfalls immer, sondern nur in gewisser, im einzelnen unterschiedlicher Häufigkeit und Intensität auftreten. Zum Teil gehen sie auf jahrhundertelange Erfahrungen zurück, wie sie sich in den Bauernregeln erhalten haben.
Witterungsregelfall: mittlerer Jahresgang 1949-1985 der bodennahen Lufttemperatur in Frankfurt a.M. (dreitägig übergreifend gemittelt) mit Angabe einiger Witterungsregelfälle (Singularitäten), die als Abweichungen vom „glatten” Verlauf des Jahresgangs in Erscheinung treten. |
|