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reef mound mit weitgehend fehlenden skelettbildenden Organismen. Die meisten mud mounds dürften auf Kieselschwamm-Mikroben-Biokonstruktionen zurückgehen. Vielfach verwesen die Schwämme unter mikrobieller Beteiligung vollständig und es bleiben agglutiniert-peloidale Gefüge zurück. Mikrobielle Automikrit-Bildung an organischen Matrizen (Organomikrite) führen zu verschiedenen peloidalen Strukturen, zu mikrobiellen stromatolithischen Krusten, Thrombolithen und bei zusätzlichem sedimentärem Eintrag von Kalkschlamm zu massiveren Mikriten. Mud mounds sind ultrakonservative, langsam wachsende Strukturen. Deswegen werden sie im Laufe des Phanerozoikums zunehmend von anderen Rifftypen ersetzt. Die jüngsten, weit verbreiteten mud mounds sind die jurassischen Kieselschwamm-Mounds des nördlichen Tethysschelfes (Tethys) in Keltiberien, im französisch-schweizer-süddeutschen Juragebirge, in Polen und Rumänien sowie im marokkanischen Atlas-Gebirge (Abb.). Rezente Mud-mound-Fazies ist anscheinend auf Riffhöhlen beschränkt. Besonders auffällig sind steilflankige mud mounds im Unterkarbon Belgiens, der Britischen Inseln und New Mexikos (Waulsortian Mounds), wo Durchmesser bis 1 km und Mächtigkeiten von mehreren hundert Metern bei einem synsedimentären Relief von über 200 m erreichen werden. Das Wachstum der Waulsortian Mounds beginnt in Tiefen zwischen 150 und 300 m und lässt sich unter Abwandlung des Organismenspektrums sowie genereller Zunahme der Organismendiversität und -häufigkeit bis in die euphotische Zone verfolgen. Die mächtigsten unterhalb der Wellenbasis, vermutlich auch unter der euphotischen Zone liegenden Anteile der Waulsortian Mounds zeichnen sich durch fenestellide Bryozen, Kieselschwämme und Stromatactisgefüge aus.
mud mound: mud-mound aus Kieselschwamm-Mikroben aus dem mittleren Lias (zentraler Hoher Atlas nördlich Errachidia, Marokko). |
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