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Fleckenriff, im Schelfbereich gebildeter Rifftyp (Riff), der als isolierte Struktur, häufig auch hinter Barriereriffen oder innerhalb von Atollen auftritt, dann in Lagunen mit Wassertiefen meist flacher als 20 m. Ausbildung und Organismenbestand stehen im Zusammenhang mit den vorherrschenden Sedimentationsbedingungen der Lagune, z.B. dem Einfluss von Gezeiten und der Wassertiefe. In der Regel handelt es sich um kleine, zwischen 3 und 6 m hohe und 5-50 m durchmessende Riffbauten mit säulen- oder pilzförmigem Umriss. In manchen Fällen, z.B. in der ausgedehnten Lagune hinter dem Grossen Barriere-Riff (Australien), können patch reefs mehrere Kilometer Durchmesser erreichen. Eine echte Zonierung in Vorriff – Riffkern - Rückriff fehlt. Die Riffbauten sind jedoch von einem Gürtel aus bioklastischem Schutt umgeben. Patch reefs sind im gesamten Phanerozoikum häufig. Sie sind vielfach Pionierstadien in der Entwicklung von grossen zonierten Riffstrukturen und zeichnen sich durch relativ niedrig diverse, noch wenig integrierte Assoziationen von Riffbildnern aus. Patch reefs werden in manchen Perioden des Phanerozoikums von Organismen aufgebaut, die nur beschränkt zu Riffbildungen fähig waren, z.B. von Muscheln (Rudisten, Austern u.a.), Brachiopoden, Gastropoden, Foraminiferen und Serpuliden (Abb.).
patch reef: von der austernartigen Muschel Placunopsis ostracina aufgebautes, in gebankte Kalke eingelagertes patch reef aus dem oberen Muschelkalk Frankens. |
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