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moderner Rifftyp, ring- oder hufeisenförmiger Riffkranz mit zentralgelegener Lagune, selten tiefer als 50 m (Abb. 1). Der Durchmesser eines Atolls kann bis Zehnerkilometer erreichen. Atolle treten meist unabhängig von grösseren Festlandsarealen und oft gehäuft auf (z.B. Malediven). Sie sind häufig an auf Hotspot-Vulkanismus zurückgehende Vulkanbauten geknüpft. Die auf Darwin basierende, noch gültige Theorie zur Entstehung von Atollen beschreibt drei Stadien in einer Entwicklungsreihe: a) Junge erloschene Vulkaninseln bilden den Untergrund für Saumriffe (Abb. 2a). b) Mit Absinken der Inseln durch Subsidenz entsteht zwischen Insel und Riff eine Lagune und damit ein Barriereriff (Abb. 2b). c) Nach dem endgültigen Absinken entsteht ein Atoll (Abb. 2c). In der Lagune des Atolls sammelt sich bioklastisches Sediment an, das sowohl aus Riffschutt als auch aus Kalkskeletten von in der Lagune lebenden Organismen besteht. An rezenten Riffen wird eine Verbreiterung des Riffwalls an der Luvseite und häufig ein Durchbruch des Riffwalls an der Leeseite beobachtet. Auf fossile Atolle übertragen, können so ehemalige Windsysteme rekonstruiert werden. In Atollen abgeteufte Bohrungen ergaben beträchtliche Mächtigkeiten der Korallenkalke. Im Enewetak-Atoll wurde erst bei einer Teufe von 1405 m basaltisches Unterlager angetroffen.
Riffbauende Korallen benötigen neben ausreichender Helligkeit über 18ºC warmes, klares, sauerstoff- und salzreiches Meereswasser. Daher sind Atolle eine häufige Inselform der tropischen Meere ausserhalb sedimentreicher Flussmündungsgebiete.
Atoll 1: Querschnitt durch ein Atoll.
Atoll 2: Entwicklungsstadien nach Darwin: a) junge Vulkaninsel mit Saumriff. b) Durch Absinken der Insel und anhaltendes Höhenwachstum der Riffbildner entsteht eine Lagune. c) versunkene Insel mit Atoll. |
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