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plastische Verformung, irreversible, hauptsächlich von Versetzungen getragene Verformung eines Ein- oder Polykristalls unter Einwirkung einer ausreichend hohen Spannung. Im wesentlichen ist die plastische Verformung auf die Erzeugung und Bewegung von Versetzungen zurückzuführen. Besonders bei höheren Temperaturen können jedoch weitere Deformationsprozesse hinzukommen. Da sich während der plastischen Verformung die Versetzungsdichte drastisch erhöht und Versetzungen verschiedener Gleitsysteme sich zunehmend in ihrer Bewegung gegenseitig behindern, kommt es durch die plastische Deformation zu einer Verfestigung der Kristalle. Im Spannungs-Dehnungsdiagramm äussert sich dies durch eine weitere Erhöhung der Spannung σ mit zunehmender Dehnung Î. In einem Zugexperiment ist damit gleichzeitig eine Querschnittsabnahme der Probe und damit eine zusätzliche Erhöhung der effektiven Spannung verbunden. Die Spannung nimmt wieder ab, sobald eine lokalisierte Einschnürung der Probe auftritt, die dann zum Bruch führt. Dieses Verhalten ist typisch für duktile Metalle.
Der Punkt im σ-Î-Diagramm, an dem das linear elastische in das plastische Verhalten übergeht, wird als Streckgrenze bezeichnet. Da es bei den meisten Materialien schwierig ist, diesen Punkt genau festzulegen, wird dafür definitionsgemäss diejenige Spannung angegeben, für die sich eine plastische Dehnung von Î=Δl/l=0,2% eingestellt hat. Man spricht dann von der σ0,2%-Streckgrenze. Die Maximalspannung im σ-Î-Diagramm wird als Zugfestigkeit und die Dehnung bis zum Bruch als Bruchdehnung bezeichnet. Das Integral: ∫σdÎ ist ein Mass für die Duktilität und damit für die zum Zerreissen des Probenkörpers notwendige Energie. |
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