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Trias in Mitteleuropa, welche im Gegensatz zur Alpinen Trias (Tethys) eine Dreigliederung aufweist. Die Germanische Trias ist eine Supergruppe (Stratigraphie) und besteht aus den Gruppen Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper, die wiederum in jeweils drei Subgruppen (z.B. unterer, mittlerer und oberer Buntsandstein) untergliedert werden. Eine weitere Untergliederung in einzelne Formationen ist möglich.
Sedimentationsraum der Germanischen Trias war das weitgehend vom Weltmeer abgeschnürte germanische Becken, das sich in Zentraleuropa als epikontinentales Becken im Anschluss an die variszische Orogenese (Varisziden) während des Perms bildete. Das Becken wird begrenzt durch das Fennoskandisch-Baltische Hoch im Norden, das Gallische Hoch im Westen und die Böhmisch-Vindelizische Schwelle im Süden und Südosten, die klastisches Material lieferten. Vor allem während des Muschelkalks bestand über verschiedene "Pforten" eine Anbindung an das weltumspannende Tethys-Meer. In Norddeutschland wurden bis zu 3000 m mächtige Sedimente abgelagert. Schwankende Mächtigkeiten sind auf Halokinese der unterlagernden Zechsteinsalze zurückzuführen. Die Mächtigkeiten im süddeutschen Raum liegen bei 500-1000 m. Die triassischen Ablagerungen entsprechen einem transgressiv/regressiven Zyklus, bei dem die kontinentalen Rotsedimente des Buntsandsteins in die marinen Carbonate und Evaporite des Muschelkalks übergehen und schliesslich in wiederum kontinentalen Schichtfolgen (Deltaschüttungen, Sequenzen von Sabkha bzw. Playa) des Keupers enden. Charakteristisch ist eine in unterschiedlichem Massstab vorhandene Zyklizität der Sedimente. Aufgrund der kontinentalen Fazies während Buntsandstein und Keuper sowie der speziellen paläoökologischen Bedingungen des marinen Muschelkalks ist eine biostratigraphische Korrelation der Germanischen Trias mit den offenmarinen Sedimenten der Alpinen Tethys schwierig. Sequenzstratigraphische Ansätze eröffnen jedoch Vergleiche beider Faziesräume.
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