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räumliche und materielle Differenzierungen des Gewässerbetts und seines Umfeldes im Hinblick auf die hydraulischen, morphologischen und hydrobiologischen Eigenschaften, soweit diese für den Lebensraum des Gewässers und der angrenzenden Aue von Bedeutung sind. Wasserqualität und Gewässerstruktur sind für die Funktionsfähigkeit eines aquatischen Ökosystems gleichermassen relevant. Das Vorkommen von standorttypischen Gewässerorganismen ist eng mit den vorgefundenen hydraulischen und morphologischen Verhältnissen verbunden, wobei eine gewisse Varianz toleriert wird. Durch Eingriffe des Menschen werden Fliessgewässer für bestimmte Funktionen einseitig verändert (z.B. Speicherbecken zur Trinkwassernutzung oder als Hochwasserschutz). Die Verarmung an Gewässerstrukturen beeinträchtigt die Funktionen des Gewässerökosystems. Um den Zustand zu dokumentieren, versucht man die Gewässerstrukturgüte durch nachvollziehbare Parameter zu beschreiben, in funktionalen Einheiten zusammenzufassen und zu bewerten. Ein von der Wasserwirtschaft der Länder (LAWA) verwendetes Verfahren fasst 25 Einzelparameter nach ihren Indikatoreigenschaften zusammen und ordnet sie sechs Hauptparametern zu: Laufentwicklung, Längsprofil, Querprofil, Sohlenstruktur, Uferstruktur und Gewässerumfeld. Die Bewertung erfolgt durch Kombination einer "indexgestützten Parameterbewertung" und einer Bewertung an Hand "funktionaler Einheiten". Hierdurch soll eine grössere Sicherheit bei der Beurteilung erreicht werden. Eine Gesamtbewertung in sieben Strukturgüteklassen wird analog zur biologischen Wassergüte kartographisch dargestellt. Das heisst, der Grad der Beeinträchtigung der Gewässerstruktur wird in Karten farbig von dunkelblau über grün und gelb bis rot wiedergegeben, wobei der Zustand von "unverändert" über Zwischenstufen bis hin zu "vollständig verändert" beschrieben wird. Falls eine differenzierte Darstellung notwendig ist, so kann eine Bewertung für Sohle, Ufer und Land farblich getrennt erfolgen (dreibändrige Darstellung). Weitergehende Anwendungen können eine stärkere Aufgliederung erfordern. So lassen sich auch die sechs Hauptparameter oder nur ausgewählte Einzelparameter abbilden. Die Bereiche der Sohle, des Ufers und des Landes werden systematisch in Hauptparameter, funktionale Einheiten und Einzelparameter gegliedert (Tab.). Eine Veränderung der Struktur oder Funktionalität wird an Hand von regionalspezifischen Leitbildern festgestellt.
Gewässerstruktur (Tab.): Übersicht über die Aggregationsebenen der Strukturgüteerhebung und -bewertung. |
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