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kulturtechnische Massnahme zur Bodenverbesserung in Hinblick auf Ertragssteigerung und Flächengewinnung für die Agrarwirtschaft. Massnahmen sind die Trockenlegung versumpfter und vernässter Flächen durch Drainage und Entwässerung, die Moor- und Ödlandkultivierung sowie die Beregnung von Wassermangelgebieten. Die Melioration von Moorflächen zur landwirtschaftlichen Nutzung begann in Deutschland verstärkt im 18. Jh., um Flächen für die Grünlandwirtschaft zu gewinnen. Grossflächige Meliorationen von Niedermooren für ackerbauliche Zwecke gab es in den 70er Jahren des 20. Jh. Dabei wurden verschiedene Meliorationsverfahren angewandt, z.B. Fehnkultur und Sanddeckkultur. Folgen der Entwässerung und damit der Veränderung des Wasserhaushaltes im Boden ist die Degradation der Torfe. Durch die Absenkung des Wasserspiegels kommt es zur Mineralisierung der organischen Torfsubstanz, zur sogenannten Vererdung. Es werden Nährstoffe freigesetzt, eine gute landwirtschaftliche Nutzung ist zunächst möglich. Bei fortschreitender Degradation entsteht ein pulvriger, kaum vernässbarer Mulm, der auch sehr erosionsanfällig ist. Des weiteren kommt es bedingt durch die Melioration zu Torfverdichtungen und Torfsackungen. Durch die Mineralisierung werden Nähr- und Schadstoffe freigesetzt, die im Torf gespeichert waren. Das meliorierte Moor verliert auf diese Weise seine Wasser- und Stoffspeicherfunktion. |
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