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wurde 1805 von K.B. Mollweide (1774-1825) publiziert. Er ist das Ergebnis einer geometrischen Konstruktion des Kartennetzes mit dem Ziel, eine möglichst formtreue Erdkarte in einem flächentreuen Entwurf zu schaffen. In der Einordnung zählt der Mollweideentwurf zu den Planisphären. Das Kartennetz ist charakterisiert durch geradlinige Parallelkreisbilder und elliptische Meridianbilder (Abb. 1). Die Abbildungsgleichungen des flächentreuen Mollweideschen unechten Zylinderentwurfs lauten
wobei X und Y die rechtwinkligen ebenen Koordinaten in der Abbildung, R der Kugelradius und λ die geographische Länge bedeuten. Der Ellipsenparameter φ' ist durch folgende transzendente Gleichung festgelegt:
π·sinφ= 2·arcφ'+sin2φ'.
Die Verzerrungen in Mollweides Entwurf sind, insbesondere in den Randgebieten, sehr gross, wie man an den Verzerrungsellipsen in Abbildung 2 sieht. Um die Abbildung der Kontinente beim Mollweideentwurf zu verbessern, schlug J.P. Goode (1862-1932) 1923 eine abgewandelte Variante vor, bei der nicht nur ein Meridian (z.B. der von Greenwich) als Mittelmeridian verwendet wird. Vielmehr gibt es mehrere Mittelmeridiane, durch die das Gesamtbild der Erde aufgetrennt wird. Das geschieht so, dass die grossen Kontinentalblöcke zusammenhängend mit gleichartigen und möglichst klein gehaltenen Verzerrungen dargestellt werden. Die bei dieser Abbildung entstehenden Klaffungen fallen im wesentlichen in die Ozeane.
Mollweides unechter Zylinderentwurf 1: Mollweides unechter Zylinderentwurf.
Mollweides unechter Zylinderentwurf 2: Tissotsche Verzerrungsellipsen des Mollweide-Entwurfs. |
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