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ein Sedimentgestein, welches aus zwei (Couplets), drei (Triplets) oder mehr regelmässig wechselnden Lithologien aufgebaut ist. Rhythmite treten z.B. als Kalk-Mergel- oder Kalk-Schwarzschiefer-Wechselfolgen in pelagischen bis hemipelagischen Sedimentationsräumen auf, finden sich aber auch auf flachmarinen Carbonatplattformen und in Lagunen oder als klastisch-bioklastisch-chemische Laminite mit rhythmisch wechselndem Gehalt an organischer Substanz in lakustrinen Becken. Mit am bekanntesten sind die den jährlich wechselnden Insolationsrhythmus anzeigenden Warvite. Rhythmite werden heute überwiegend auf Milankovic´ -Zyklen (Eiszeit) zurückgeführt, d.h. auf regelmässige Veränderungen orbitaler Parameter, die durch atmosphärische und ozeanische Koppelungsprozesse abgeschwächt oder verstärkt werden. Eine wesentliche Rolle spielt dabei der globale Kohlenstoffzyklus über a) die Schaffung von Eishaus-/Treibhaus-Konditionen, b) die biogene Carbonatproduktion in Abhängigkeit von der klimainduzierten ozeanischen Zirkulation und dem Recycling von Nährstoffen und c) die wechselnde Carbonatlösung im Tiefenwasser in Abhängigkeit vom CO2-Gehalt und der Carbonatuntersättigung.
Als Mechanismen zur Bildung von Kalkstein-Mergel-Couplets lassen sich nennen: a) Produktivitätszyklen des kalkigen Nannoplanktons im Pelagial, b) Verdünnungszyklen durch periodische Fluktuation der terrigenen Sedimentzufuhr, c) Lösungszyklen, bei denen durch erhöhten Anfall organischer Substanz und dessen Abbau unter CO2-Freisetzung Carbonat gelöst wird, d) Redoxzyklen mit Veränderungen der Durchlüftung des Bodenwassers und der damit einhergehenden rhythmischen Bildung von Schwarzschiefern und e) diagenetische Überprägung kleiner primärer Sedimentationsunterschiede unter Herausbildung von makroskopisch auffälligen Kalk-Mergel-Folgen. |
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