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Waldsterben, grossflächige Schäden an Baumbeständen, die zu einer Beeinträchtigung der Waldfunktion und, noch weitergehend, zum Absterben von Nadel- und Laubbäumen führen können. Wurden früher eher natürliche Ursachen als Auslöser vermutet, so wird heute unter der Bezeichnung neuartige Waldschäden eine anthropogene Regelung des Wirkungsgefüges angesehen, ohne dass Ursachen und Effekte abschliessend aufgeklärt sind. Als Hauptverursacher gelten Schadstoffemissionen aus der Luft durch Produkte wie Schwefeldioxid, Stickoxide und daraus entstandene Photooxidantien (v.a. Ozon), die direkt auf die Nadeln und Blätter der Bäume einwirken können (Abb.). Diese direkte Schädigung tritt allerdings hinter die indirekte Schädigung des Waldes durch die Belastungen des Boden zurück. Dadurch wird der gesamte Nährstoffhaushalt und Wasserhaushalt der Böden dauerhaft gestört, was sich wiederum auf die Bäume negativ auswirkt. So kann ein erhöhter Stickstoffeintrag zwar das oberirdische Wachstum der Bäume beschleunigen, jedoch bleibt die Ausbildung eines entsprechenden Wurzelwerkes dahinter zurück, so dass diese Bäume sehr windanfällig werden. Durch sauren Regen kommt es zur Zerstörung des Blattwerkes und zur Versauerung des Bodens. Bei tieferen pH-Werten im Boden wird die Pflanzenverfügbarkeit von Schadstoffen (Schwermetalle, Aluminium) erhöht. Ein weiterer Faktor, der zu nachhaltiger Schädigung des Waldes führen kann, ist extremer Trockenstress in Jahren mit geringen Niederschlägen. Dadurch sind die Wälder oft so geschwächt, dass sie natürlichen Feinden, wie z.B. dem Borkenkäfer, keinen Widerstand mehr entgegensetzen können.
Waldschäden: mögliche Kausalkette beim Baumsterben. |
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